„Ein Jahrhundertfest – Wahnsinn, was hier auf die Beine gestellt wurde!“
Nach drei unvergesslichen Wochen voller Gemeinschaft, Lebensfreude und gelebter Dorfgemeinschaft war es endlich so weit: Am 28. Juni 2026 stand der große Höhepunkt der 1075-Jahrfeier unseres Heimatortes Exdorf bevor. Lange hatten wir diesem Tag entgegengefiebert. Unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit, sorgfältige Planungen, neue Ideen und immer wieder notwendige Anpassungen mündeten in diesem besonderen Sonntag. Für viele Helferinnen und Helfer war es der Moment, auf den sie monatelang hingearbeitet hatten.
Bereits um 7 Uhr morgens herrschte im gesamten Dorf reges Treiben. In den Höfen wurden letzte Vorbereitungen getroffen, Blumenkübel noch einmal an den richtigen Platz gerückt und historische Gerätschaften liebevoll in Szene gesetzt. Alles sollte perfekt aussehen, wenn die Gäste eintreffen würden. Am Backhaus standen bereits die Pavillons, während an anderen Stellen Rasensprenger aufgebaut wurden, um den Besucherinnen und Besuchern angesichts der hochsommerlichen Temperaturen eine kleine Abkühlung zu verschaffen. Auch an diesem Tag kletterte das Thermometer auf über 35 Grad – doch darüber machte sich kaum jemand Gedanken. Viel wichtiger war die Vorfreude auf das, was bevorstand.
Auch hinter den Kulissen wurde schon früh mit Hochdruck gearbeitet. In der Dorfkneipe bereiteten die Jungen Landfrauen insgesamt 52 Pizzen vor – so viele wie noch nie. Gleichzeitig herrschte im Backraum des Kindergartens Hochbetrieb. Dort backten die Backfrauen ebenfalls 48 Zwiebelkuchen, die den Gästen angeboten werden sollten. „Wer soll denn die alle essen?“, fragte Roswitha Pfeffer mit einem Schmunzeln. Dass bereits gegen 13 Uhr der Zwiebelkuchen und gegen 14 Uhr die Pizza restlos ausverkauft sein würden, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen.
Schon am frühen Vormittag wurde deutlich, wie viele Menschen gemeinsam zum Gelingen dieses Tages beitrugen.
Händler, Aussteller und Handwerker trafen ein und bauten ihre Stände auf. In vielen Höfen wurden historische Schätze präsentiert, liebevoll gestaltete Ausstellungen luden zum Entdecken ein und kleine Flohmärkte sorgten für so manche Überraschung. Pünktlich um 10 Uhr begann der Tag der offenen Höfe und nach und nach strömten zahlreiche Gäste aus nah und fern in unser festlich geschmücktes Dorf. Immer wieder erklang über den Dorffunk das Exdorf-Lied von Rainer Drescher und kündigte die vielfältigen Programmpunkte an. Besonders großen Zuspruch fanden die Dorfführungen, die von Lotte Reich und Joelina Marie Hirn organisiert und begleitet wurden. Trotz der glühenden Sonne war das Interesse enorm. Die Besucher erfuhren Wissenswertes über die Geschichte Exdorfs, besichtigten die historischen Backhäuser, die ehemaligen Gasthäuser und schließlich die Kirche, in der die Konfirmanden die Gäste kurz herumführten. So wurde eindrucksvoll sichtbar, was unseren Ort über Jahrhunderte geprägt hat und bis heute lebendig hält.
Ein weiterer besonderer Moment war die feierliche Eröffnung des Heimatmuseums über dem oberen Backhaus. Mit viel Herzblut hatte Elke Hanus die Wiederbelebung der Heimatstube vorangetrieben. Zahlreiche ehrenamtliche Arbeitsstunden – insbesondere von den Männern der Trachtentanzgruppe – machten dieses Projekt überhaupt erst möglich. Gemeinsam mit Landrätin Peggy Greiser und Ortsteilbürgermeister Florian Büchel wurde das Museum offiziell eröffnet. Symbolisch erhielt Elke Hanus den Schlüssel überreicht – ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für ihren außergewöhnlichen Einsatz zum Erhalt der Dorfgeschichte.
Auch rund um die Kirche gab es viel zu entdecken.
Traditionelle Handwerkskünste wie das Dengeln Sensen oder das Schmieden wurden eindrucksvoll vorgeführt und stießen auf großes Interesse. Selbst die Vorsitzenden des Festkomitees, Hendrik Katzenberger und Verena Reich, wagten sich an das Dengeln und bewiesen dabei viel Geschick und Humor. Für die kleinen Gäste war ebenfalls bestens gesorgt. Die Hüpfburg am unteren Backhaus, die Kletterwand gegenüber dem Kulturhaus sowie die liebevoll vorbereitete Kinderrallye sorgten den ganzen Tag über für leuchtende Kinderaugen und jede Menge Spaß. Zwischen all den Eindrücken boten die drei Dorfbrunnen eine willkommene Erfrischung. Besonders bei den sommerlichen Temperaturen waren sie ein beliebter Treffpunkt. Auch kulinarisch blieben kaum Wünsche offen. Nachdem Pizza und Zwiebelkuchen bereits kurz nach Mittag restlos vergriffen waren, wurde am Nachmittag noch Wildschweinbraten am Forsthaus angeboten. Die Resonanz war überwältigend.
Es fällt schwer, all das in Worte zu fassen, was an diesem Tag in Exdorf geschah. Überall war Leben, überall begegneten sich Menschen, überall wurde gelacht, erzählt und gemeinsam gefeiert. Das gesamte Dorf war erfüllt von einer besonderen Atmosphäre – geprägt von Stolz, Herzlichkeit und einem außergewöhnlichen Gemeinschaftsgefühl. Nicht ohne Grund hörte man immer wieder den Satz: „Ein Jahrhundertfest – Wahnsinn, was hier auf die Beine gestellt wurde!“
Als sich der Festtag langsam dem Ende neigte, kamen alle Helferinnen und Helfer noch einmal im Kindergartenhof zusammen. Gemeinsam ließ man diesen außergewöhnlichen Tag Revue passieren, stieß auf das Gelungene an, sang aus voller Stimme und genoss die letzten gemeinsamen Stunden. Nach drei intensiven Wochen voller Einsatz, Freude und unvergesslicher Erlebnisse mischten sich Stolz und Dankbarkeit mit ein wenig Wehmut. Das Fest war zu Ende – doch die Erinnerungen würden bleiben.
Den krönenden Abschluss bildete schließlich der inzwischen schon legendäre „Sonntagsumzug“. Singend, tanzend und bestens gelaunt zog ein Teil des Festkomitees am späten Sonntagabend noch einmal durch die Straßen Exdorfs. Es war ein spontaner, fröhlicher Abschluss, der den Zusammenhalt und die Freundschaft innerhalb der Gruppe auf wunderbare Weise widerspiegelte und diesen Festsonntag unvergesslich machte.
Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf drei außergewöhnliche Wochen zurück. Wochen voller Begegnungen, Zusammenhalt, ehrenamtlichem Engagement und echter Lebensfreude. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Helferinnen und Helfern, Vereinen, Sponsoren, Unterstützern und Gästen, die diese 1075-Jahrfeier möglich gemacht und mit Leben gefüllt haben. Gemeinsam haben wir ein Fest gefeiert, das weit über Exdorf hinaus in Erinnerung bleiben wird.






